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Haben Sie schon mal versucht, ein Haus im Süden - sagen wir mal Spanien - zu erstehen? Ja? Nicht ganz unkompliziert, stimmt - aber haben Sie auch schon mal versucht, dieses wieder zu veräußern? Nein, glauben Sie mir, das ist gar kein Vergleich !! Sie werden es verstehen, nachdem Sie den Brief von Traudi Doblhofer aus Österreich gelesen haben ...
"Hi,
um nach Spanien zu gelangen, muß ich den Zug nach München nehmen - Raucherabteil, versteht sich !
In Salzburg steigt ein Mann zu, ein Buch unterm Arm:
"Der Mensch und seine Psychosen", die hat er dann auch, ich entscheide mich, ohne Rauch ein anderes Abteil aufzusuchen.
Am Bahnhof - kein Shuttlebus zum Flughafen, ich nehme also ein Taxi - der Fahrer ganz munter : " Da hat sich wieder einer vor den Zug geworfen, dann geht in München gar nichts mehr, das passiert manchmal 2 x die Woche, außerdem haben wir drei Baustellen bis zum Flughafen, wann geht Ihr Flugzeug ?Das schaffen wir nie !! "
Durch Schwabing und den Englischen Garten,ich kenne mich jetzt aus in München, kannst mir glauben.
In Alicante endlich angekommen, was fehlt da? Richtig - der Leihwagen - man hat mich vergessen -ist ja schon bezahlt,wozu noch ein Auto hinstellen ...
Hola - ein Taxi - 70 km bis zu meinem Haus - es ist Nacht, der Taxifahrer spricht kein Englisch , ist aber sehr hilfsbereit, als er sieht, daß mein halbes Haus unter Wasser steht - man hat vergesssen, den Hahn zum Pool zuzudrehen .. Ich bedanke mich - gracias - und gebe 1000 Peseten Trinkgeld - man hat's ja.
Ich bin etwas erschöpft und abgespannt,aber ich habe ein Dach über'm Kopf, ein Telefon um meiner Freundin bekanntzugeben,daß ich da bin - alles ok .
Am nächsten Morgen dann 25 Grad, die Sonne scheint, die Käufer melden sich - Engländer.Ich gehe erst mal angeln und fange Tintenfische, geil, hinter mir am Strand stehen immer mehr Menschen und klatschen .
Mindestens 20 verhungerte Katzen scharen sich um mich, ich habe Mitleid und teile den Fang unter ihnen auf - bis ich merke, die Menschen hinter mir sind sehr erstaunt ...Ich hatte vergessen, mir Sportschuhe anzuziehen ...
Ich stehe also in Spanien als Frau alleine mit Stöckelschuhen und angel Tintenfische!
Tags darauf will ich zum Makler - Feiertag - (steht nicht im Kalender). Wieder Tags darauf, ich gehe mit den Käufern zum Notar - vereinbart war ein schöner kleiner Scheck, den ich dann zur Bank trage, was machen die????
Sie kommen mit einem Aldisack voller Peseten, knallen die auf den Tisch, ich zähle 2 Stunden und fahre mit besagtem Sack zur Bank, den Blick des Bänkers möchte ich hier nicht näher erläutern, der hat wenigstens eineGeldzählmaschine,
ist doch kein Grund zur Aufregung oder????
Misha und ich beschließen in einer ehemaligen Kirche die berühmteste Paella Spaniens zu genießen und besagten roten Wein Namens Halleluija zu uns zu nehmen, was ich dann auch kräftig tue - sehr kräftig.
Inzwischen hat man mir auch reumütig meinen Leihwagen gebracht, sich aber nicht entschuldigt und auch mein Taxi nicht bezahlt, nix verstehen.
Nächster Tag - mein ganzer Garten blüht, die Orangen sind reif, ich bereue schon den Verkauf, die Engländer kommen - 3 Generationen - ob das gut geht ????? Oma und Opa
- Käufer schmusen mich ab, weil es hier so schön ist, Mama und Freund kommen mit Möbeltransport - Junior Käufer ca 18 Jahre alt, redet kein Wort - ich habe noch extra 3 englische Sender im TV eingestellt und für Junior einen Musiksender - er dankt es mir nicht, auch egal .
Ich bin obdachlos - und ich habe Durchfall, da hilft Cola und Brandy, hoffentlich macht Policia nicht auf wichtig.
Erwähnenswert - der Flug zurück: es spricht der Kapitän -
" Bitte bleiben Sie angeschnallt, wir kommen in schwere Turbulenzen - das Essen fällt aus "
Wir haben keinen Hunger und über den Alpen gehts dann auch los - meine Gedanken - wie hoch sind die Alpen, der Flieger kommt in einen freien Fall, sind wir noch hoch genug ???
Die Flugbegleiter bleiben angeschnallt - kein gutes Zeichen - wie ging eigentlich beten ???? Aber wir landen sicher und klatschen nicht, der Kapitän hat nur seinen Job gemacht - wie Harald Schmidt mal meinte .
Alles ist gut - es ist Mitternacht und mein lieber Mann steht am Ausgang und holt mich ab - Baustelle auf der Autobahn, Umleitung auf eine Dorfstraße, nach drei Stunden Irrfahrt ein kleines Schild - Stuttgart - da wollen wir nicht hin, müssen was übersehen haben, wo bitte gehts nach Österreich ?????
4 Uhr früh - ein Schild - Passau - wir sind gerettet
- So - ich habe erzählt - was will man in 6 Tagen mehr erleben ??
Im Februar bin ich in Chile eingeladen, weiß aber noch nicht, ob ich das will, ich habe im Moment keine Lust zu fliegen oder zu angeln, ich werde wieder stricken, da passiert nichts ...
Grüße aus dem Ösiland - Traudi 
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